Drei neue Projekte bewilligt

Biobasierter Gesichtsschutz und Verpackungsmaterial

29 jul 2020

Auteur: Karin Eden

Ems Dollart Region - Im offenen Projektteil des Bioökonomie-Projektes wurden jetzt drei neue Anträge bewilligt. Zweimal geht es um Gesichtsschutz, außerdem um eine neue Verpackung, die nachhaltiger als herkömmliche Verpackungen ist.
Gerade in Zeiten der aktuell vorherrschenden Corona-Pandemie und ihrer zeitlich nicht abschätzbaren Dauer sowie dem daraus resultierenden, stark gestiegenem Bedarf an Schutzausrüstung für die Bevölkerung, ist es wichtig, den Umweltschutz- und Nachhaltigkeitsgedanken im Blick zu behalten.
Corona sorgte für die Produktion erheblicher Mengen an Plastik, unter anderem bei den Gesichtsschutzschilden aus erdölbasiertem Kunststoff. Aber es geht auch anders: Schutzschilde aus Biopolymer. Die werden von der J.H. Tönnjes GmbH aus Delmenhorst im Projekt „Mund- und Nasenschutzmaske aus biologisch abbaubaren Biopolymeren" getestet. Ziel ist die Herstellung eines neuartigen kleinen, transparenten Schildes als Schutz vor Tröpfcheninfektion durch u.a. Corona-Viren aus einem biologisch abbaubaren Biopolymer. Der tragbare Spuckschutz wird passgenau vom Kinn bis knapp über die Nase getragen. Die Mund und Nasenschutzmaske (Anti-Spuck-Maske) ermöglicht freies Atmen und bei Brillenträgern kein lästiges Beschlagen der Gläser. Die Maske ist aus einem Guss, sowohl die Halterung wie auch der durchsichtige Schutzschirm. Das dafür vorgesehene Material muss an die Gegebenheiten der Spritzgussform angepasst werden, d.h. es muss entsprechend flüssig, nicht zu schwer und nicht zu spröde sein. Das Schutzschild soll angenehm zu tragen sein. Gemeinsam mit dem 3N Kompetenzzentrum in Werlte sollen verschiedene Rezepturen entwickelt und getestet werden.

Ein Gesichtsschutzschild aus vollständig nachhaltigen Materialien wird in dem Projekt „Entwicklung und Herstellung eines biobasierten biologisch abbaubaren Gesichtsschutzes (bio-FaceShield)" von der Firma fm Kunststofftechnik in Bösel hergestellt. Ziel dieses Projektes ist es, ein Produkt aus biobasierten Werkstoffen herzustellen, das zu 100% biologisch abbaubar ist. Basis dafür ist ein Trägerrahmen, der aus einem naturfaserverstärkten Biocompound (z.B. aus einem erdabbaubaren Biopolymer mit Sonnenblumenschalen) im Spritzgussverfahren erzeugt wird. Vervollständigt wird der Rahmen mit einer Visierfolie aus transparentem PLA. Vorgesehen ist zudem auch der Einsatz einer PLA-Verpackung. Die Visierfolien von der niederländischen Firma Bio4Pack werden in verschiedenen Stärken getestet, um die optimale Kombination von Formstabilität und Tragekomfort zu ermitteln. Die ebenfalls biologisch abbaubare Verpackung wird speziell für diese Anwendung angefertigt werden. Die Gesichtsschutzschilde können zudem auch als Werbeträger dienen, da sie auf der vorderen Sichtfläche mit einer Logo-Prägung versehen werden können.
Nachhaltige Versandbox

„Entwicklung einer nachhaltigen Versandbox für den kombinierten Trocken-, Kühl- und Tiefkühlversand" heißt das Projekt der Firma eatventure® GmbH aus Werlte. Derzeit boomt der Internethandel und dadurch fällt immer mehr Verpackungsmüll an. Insbesondere für den Lebensmittelversand bedeutet dies in der Regel auch, dass jede Menge Plastik, Alufolie und Styropor verwendet werden. Die Transportbox, mit der sich eatventure® befasst, soll aus einer umhüllenden Kartonage und einer Isolationsschicht aus einem nachhaltigen Naturfaserverbundstoff bestehen, welche wiederum in biologischer und/oder nachhaltiger Folie verpackt ist, die in den Niederlanden produziert wird. Somit wäre die gesamte Verpackung biologisch abbaubar. Ob diese Verpackung allerlei Anforderungen (Kühlung, Stoßfestigkeit, Zufriedenheit der Kunden) erfüllt, wird jetzt getestet. eatventure® arbeitet schon seit über elf Jahren im Online-Versand von gekühlten Lebensmitten und ist schon seit längerer Zeit auf der Suche nach einer alternativen Lösung für die Styropor-Boxen. 

Das Projektmanagementteam bewilligte drei neue Projekte. 

Einen Mund- und Nasenschutz aus biologisch abbaubaren Biopolymeren testet die Firma J.H. Tönnjes aus Delmenhorst.