Trommeln, Erbsen und Möbel im Blick

18 dec 2019

Trommeln, Erbsen und Möbelteile

Unternehmer können im Bioökonomie-Projekt innovative Ideen auf ihre Realisierbarkeit hin untersuchen. Die ersten drei Projekte sind bereits aktiv. 

BAD NIEUWESCHANS – Möbelfronten aus Sonnenblumenschalen und Musikinstrumente, die nicht aus Tropenhölzern hergestellt werden sind Themen der ersten Machbarkeitsstudien im Projekt.   

Im ersten Projekt geht es darum, eine nachhaltige Alternative für den Bau von Musikinstrumenten zu entwickeln, die bisher aus Tropenhölzern gefertigt werden. Der Antragsteller Stiggelbout Slagwerk Groningen fertigt unter anderem afrikanische Trommeln, Djembés, an. Meistens stammt das Holz dafür von einem Hartholzbaum aus Westafrika, das jedoch dort immer knapper und darum nicht nur teurer wird, sondern das Abholzen auch der Natur schadet. aus Gemeinsam mit weiteren Projektpartnern wird Jaap Stiggelbout in einer Machbarkeitsstudie untersuchen, ob die Instrumente auch aus biobasiertem und auf nachhaltige Weise angebauten Material hergestellt werden können. Wichtig ist, dass der Klang und das natürliche Aussehen und weitere Eigenschaften der Trommeln erhalten bleiben.

Das zweite Projekt dreht sich um die „Gewinnung und Nutzung von Markerbsenstärke". Die Emsland Stärke GmbH aus Emlichheim will ein innovatives Verfahren zur Gewinnung von hoch-amyloser Stärke aus gelben Markerbsen entwickeln. Dies erfolgt zunächst im Labor-Maßstab. Ein weiterer Schritt ist die Charakterisierung des neu gewonnenen Rohstoffes im betriebseigenen Labor und in einem niederländischen Kompetenzzentrum. Schließlich wird auch geprüft, welche Einsatzmöglichkeiten sich daraus ergeben.

Im dritten Projekt sollen naturfasergefüllte Möbelteile von der Firma fm Kunststofftechnik in Bösel (Kreis Cloppenburg) hergestellt werden. Die entsprechenden Türen an Unterschränken für Kopierer werden derzeit noch aus erdölbasiertem Kunststoff hergestellt. Ziel ist es, die Türverkleidungen durch solche mit hohen Biopolymeranteilen zu ersetzen. Hergestellt werden diese mittels Kompaktspritzgusstechnologie. Dem Kundenwunsch entsprechend geht es dabei auch darum, die Optik zu verbessern, da der Fasergehalt sichtbar ist und auch zu ungewollten Farbveränderungen führt, indem eine dünne Standard-Kunststoff-Beschichtung die Füllung aus Biopolymeren verdeckt.